Axel Schimpf: “Die Marine wird einen außerordentlich engagierten und sichtbaren Beitrag beim Einsatz von deutschen Streitkräften leisten können.” .

HHK: Herr Admiral, wie wird die nun nochmals verkleinerte Marine künftig aussehen? Ich bitte Sie, mit dem Personalumfang der Marine zu beginnen.

Schimpf: Die Marine verfügt künftig über 13.050 Dienstposten für Soldatinnen und Soldaten sowie bis zu 800 weitere Freiwillig Wehrdienstleistende (FWD flex). Dazu kommen 1.670 Dienstposten für zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ferner Soldaten auf Schülerstellen und unsere Reservisten. Mit Blick auf den personellen Umfang steht uns daher vor allem ein Personalumbau und weniger ein Personalabbau bevor.
Mit diesem Umfang kann die Marine im Rahmen der Konfliktverhütung und Krisenbewältigung sowie unserer internationalen Verpflichtungen bis zu 1.000 Soldaten dauerhaft in den Einsatz schicken. Sie wird damit einen außerordentlich engagierten und sichtbaren Beitrag beim Einsatz von deutschen Streitkräften leisten können.
Unsere Marine wird auch künftig in der Lage sein, eine Regeneration von maritimen Fähigkeiten und eine durchhaltefähige Beteiligung an lang andauernden Einsätzen sicherzustellen. Gleichwohl hat die absehbare Reduzierung von Personal und Material zur Konsequenz, dass wir künftig in einem Einsatz über die Zeitachse gesehen wohl auch mal eine operationelle Pause einlegen müssen. Das vom Bundesminister geforderte breite Fähigkeitsprofil ist ohnehin nur mit einer abgestuften Durchhaltefähigkeit vorgesehen. Es gilt: ,,Breite vor Tiefe”.
Zur Sicherstellung eines Einsatzumfangs von bis zu 1.000 Marinesoldaten – vor dem Hintergrund der reduzierten Anzahl von Plattformen – gewinnt die Ausformung von Mehrbesatzungsmodellen eine besondere Bedeutung. Die Marine wird neue Wege gehen müssen. Hierzu haben wir erste Maßnahmen veranlasst. So werden zum Beispiel für die vier Fregatten der Klasse F 125 acht Besatzungen ausgeplant. Damit können diese Schiffe ausdauernd im Einsatzgebiet stehen.

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