Offshore Patrol Vessel (OPV) – Ein Schiffstyp zwischen Küstenwache und Marine mit zunehmend weltweiter Verbreitung.

Offshore Patrol Vessel (OPV) haben sich in jüngster Vergangenheit im internationalen Marineschiffbau zu einem begehrten Schiffstyp entwickelt, der vor allem bei kleineren Marinen wie beispielsweise in Südostasien und Südamerika für Küstenwachaufgaben, aber auch für klassische Marineaufgaben (Littoral Warfare) eingesetzt wird.

Typische OPVs sind in der Regel leicht bewaffnete, robuste, hochseefähige Patrouillenboote ohne U-Jagdfähigkeit in Korvettengröße (zwischen ca. 500 t bis ca. 2.500 t), die als Schiffstyp die Lücke zwischen nicht hochseefähigen Schnellbooten und großen aufwendigen Fregatten abdecken. Im Gegensatz zu Korvetten oder Fregatten stellen OPV einen kostengünstigeren Schiffstyp dar, der auch deshalb für kleine Marinen attraktiv ist. Neben dem Selbstschutz sind in der Bewaffnung der OPVs überwiegend Aktionen von niedriger militärischer Intensität gefordert. Dazu reicht meist ein Geschütz mittleren Kalibers für den berühmten »Schuss vor den Bug«. Einige OPVs verfügen auch über Seeziel-Flugkörper (FK). Moderne Führungs-, Kommunikations- und Überwachungselektronik zählt zur unabdingbaren Ausrüstung der OPVs. Die größeren Einheiten sind auch mit einem Bordhubschrauber ausgerüstet und besitzen zudem Aufwuchspotenzial zur Kampfkraftsteigerung (prepared for, but not with).

Zu typischen OPVs zählen beispielsweise die Patrouillenboote der GUAICAMACUTOKlasse der Marine Venezuelas, von denen vier Boote gebaut wurden. Die ca. 80 m langen in Stealth-Bauweise konstruierten OPVs verdrängen jeweils 1.453 t, sind leicht bewaffnet und haben ein Hubschrauberlandedeck für den Tag- und Nachtbetrieb von Hubschraubern, aber keinen Hangar. In den Aufbauten an beiden Seiten verfügen sie – für Kontrollaufgaben in See – jeweils über ein RHIB ( Rigid Hull Inflatable Boat), ein drittes RHIB kann über einen Heckrampe ausgesetzt werden. Die Seeausdauer dieser OPVs beträgt 30 Tage.

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