Neue GL-Vorschriften für Crew Boats.

Erstmalig stellt der GL neue Klassifikationsvorschriften für Crew Boats vor. Diese speziellen Schiffe transportieren das Personal für den Betrieb und die Wartung von Offshorewindanlagen. Die Vorschriften, die am 1. Mai 2012 in Kraft traten, verbinden erstmals alle relevanten GL-Vorschriften und die internationalen Richtlinien und Empfehlungen, die zur Klassifizierung von Crew Boats verwendet werden können. Die Vorschriften wurden in Abstimmung mit den Flaggenstaaten erarbeitet und werden zur Entwicklung internationaler Standards für Crew Boats beitragen.

Indem die große Vielfalt von Crew Boat-Typen auf Basis von vier Grundparametern in 16 Typen unterteilt wurde, können der Konstrukteur, die Werft und der Betreiber eines Crew Boats die für die entsprechenden Schiffe geltenden Klassifikationsvorschriften leicht berücksichtigen. Die wichtigsten Parameter sind:

  • die Zahl der nicht zur Besatzung gehörenden Personen, die transportiert werden sollen (weniger oder mehr als 12),
  • die Länge des Schiffs (unter oder über 24 m),
  • die Geschwindigkeit (Hochgeschwindigkeitsbereich oder darunter)
  • und die Rumpfform (Einrumpf- oder Mehrrumpfschiff).

Die neuen Vorschriften bestehen aus 18 Abschnitten, von denen die ersten zwei Abschnitte die allgemeinen Anforderungen, die Klassifikation und die Besichtigungen behandeln. Die Abschnitte 3 bis 8 regeln die strukturellen Anforderungen, während die Abschnitte 9 bis 18 die Maschinenanlage, die elektrischen Systeme und die Automatisierungssysteme behandeln, insbesondere in Bezug auf den Betrieb des Schiffs. Daneben werden besondere Anforderungen eingeführt, wie etwa zu den Bugkonstruktionen, damit diese zu den Anlegestellen der Offshore-Strukturen passen, sowie besondere Vorschriften für das Übersetzen des Personals.

Zusammen mit den Vorschriften wurden neue GL-Klassenzusatzzeichen eingeführt:

  • “Crew Boat 1” für Schiffe, die für den Transport von höchstens 12 Personen Offshore-Unterstützungspersonal (Offshore Support Personnel, OSP) bestimmt sind,
  • “Crew Boat 2” für Schiffe, die für den Transport von mehr als 12 OSP-Personen bestimmt sind, und
  • “Offshore Wind Farm Service Craft, OWFSC” für Schiffe, die für den Servicebetrieb von Windparks bestimmt und auf den Transport von maximal 60 OSP-Personen beschränkt sind.
  • Der Klassenzusatz “RPw” kann auch an Schiffe vergeben werden, die mit zwei vollständig unabhängigen Antriebsanlagen ausgestattet und zum Betrieb im unmittelbaren Umfeld von Windparks bestimmt sind.

Es wurden Abschnitte entwickelt, die die Arten der besonderen mechanischen Ausstattungen behandeln, die auf Crew Boats verwendet werden, um die speziellen Anforderungen des Offshore-Betriebs zu berücksichtigen, darunter: Systeme zum Übersetzen des Personals, Stabilisierungssysteme und Helikopteroperationen. Der Einsatz von Crew Boats unter extremen Wetterbedingungen wird ebenfalls in einem Abschnitt behandelt, der sich mit dem Betrieb im Eis befasst.

Die Vorschriften für Crew Boats sind online in Teil 6 (Offshore-Service-Schiffe) der GL-Vorschriften und Richtlinien zu finden. Eine gedruckte Version ist ebenfalls erhältlich.

Über den Germanischen Lloyd

Als Teil der GL Group bietet der Germanische Lloyd (GL) neben Klassifizierungsdiensten und technischen Prüfungen für Schiffe auch Inspektionen und Zertifizierungen für Werkstoffe und Komponenten für Anwendungen an Land an. GL Group ist ein unabhängiger Beratungs-, Inspektions- und Zertifizierungskonzern, der technische Dienstleistungen und Lösungen für die Maritime Wirtschaft sowie für Unternehmen der Material-, Produktions- und Energiewirtschaft anbietet. Die Konzernbelegschaft umfasst über 6.900 hoch qualifizierte Mitarbeiter, die weltweit in 208 Standorten und 80 Ländern beschäftigt sind.

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