Damals Feinde – heute Freunde

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Presseservice – Deutscher Marinebund

Damals Feinde – heute Freunde

Internationales Gedenken an die Skagerrakschlacht vor 100 Jahren mit Seiner Königlichen Hoheit, dem Duke of Kent, sowie Staatsminister Michael Roth. 

Laboe – Vor einhundert Jahren, in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 1916, fand in der Nordsee vor der norwegischen Süd- und der dänischen Nordwestküste die größte Seeschlacht des Ersten Weltkrieges statt, die Skagerrakschlacht. Es standen sich die deutsche Hochseefl otte und die britische „Grand Fleet“ der Royal Navy gegenüber.

Zum Gedenken an die auf beiden Seiten über 8.500 in der Nordsee umgekommenen Soldaten fand heute auf Einladung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und des Deutschen Marinebundes eine internationale Gedenkveranstaltung am Marine-Ehrenmal in Laboe statt. In seiner Begrüßung betonte Karl Heid, Präsident des Deutschen Marinebundes, die Bedeutung des Ehrenmals – auch für die Skagerrakschlacht: „Das Marine Ehrenmal ist nicht nur eine nationale Gedenkstätte mit internationaler Bedeutung, sondern in vielfältiger Weise auch ein Ort insbesondere des gemeinsamen deutsch-britischen Gedenkens. Dies wird durch die heutige Veranstaltung zum Gedenken an den 100. Jahrestag der Skagerrakschlacht eindrücklich bestätigt.“ Das Ehrenmal sei internationaler Erinnerungsort und Mahnmal für den Frieden und Symbol für die bitteren Lehren der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ebenso stehe es für die Friedensordnung, die wir in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen hätten.

Heid appellierte an die Gäste: „Lassen Sie uns gemeinsam dafür einstehen, dass diese Lehren nicht vergessen werden und das gemeinsam Erreichte nicht leichtfertig verspielt wird.“ Markus Meckel, Präsident des Volksbundes, unterstrich in seinem Grußwort die internationale Bedeutung dieses Tages: „Dass wir heute über nationale Grenzen hinweg unserer Toten gedenken, verstehe ich als einen Schritt in Richtung einer gemeinsamen Gedenkkultur in Europa. Ich bin überzeugt, dass wir eine gemeinsame Perspektive auf unsere Vergangenheit gewinnen können, wenn wir die unterschiedlichen Erinnerungen unserer Nachbarn an- und ernst nehmen.

Wir alle wissen im Grunde unserer Herzen: Der Dialog und die Kooperation mit unseren Nachbarn – auch und gerade im Hinblick auf unsere gewiss unterschiedlichen, aber in der Trauer vereinten Erinnerungen – ermöglichen es erst, die großen Herausforderungen unserer Gegenwart zu meistern und eine gemeinsame europäische Zukunft zu gestalten.“

Konteradmiral Thorsten Kähler unterstrich in die Bedeutung des Tages aus der Perspektive der Soldaten: „Wenn wir es heute als selbstverständlich empfi nden, dass niederländische, deutsche oder skandinavische Kriegsschiffe in Großbritannien ausgebildet werden, wenn wir die gemeinsame Arbeit in operativen Kommandostäben und auf See als feste Größe militärischen Handels begreifen, sind wir auf einem guten Weg. Dann haben wir die Gedanken von Bitterkeit und Vergeltung überwunden, deren Gefangene die Generationen vor uns noch waren.Ich wünsche uns, dass wir uns bewusst machen, wie wichtig und wie alternativlos der Weg des Friedens und der Freundschaft getragen von gemeinsamen Werten für uns alle ist.“

Welche herausragende Wichtigkeit das gemeinsame Gedenken von Deutschen und Briten hat, zeigt sich auch an der Teilnahme von Seiner Königlichen Hoheit, dem Duke of Kent, sowie von Staatsminister Michael Roth.

In seiner Gedenkrede betonte der Duke of Kent, der auch Präsident der Commonwealth War Graves Commission ist, die Wichtigkeit solcher Gedenkveranstaltungen. „Sie sind eine Gelegenheit für uns, innezuhalten und nachzudenken, eine Gelegenheit, um als Freunde zusammenzukommen und denen Respekt zu zollen, die im Dienst ihres Landes standen und die gestorben sind, ganz gleich, ob auf britischen oder auf deutschen Schiffen. Sie sind eine Gelegenheit für uns, um zu lernen und den Namen und Zahlen in unseren Geschichtsbüchern ein menschliches Gesicht zu geben. Damit sich unsere Jugend der Wichtigkeit der steten Erinnerung an unsere Kriegstoten bewusst und die „Fackel der Erinnerung“ an sie weitergegeben wird.“ Nur so könne man sich sicher sein, dass Veranstaltungen wie diese auch über das reine Gedenken hinweg eine Bedeutung haben, so der Duke of Kent.

Als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland hielt der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, die Gedenkrede. In seiner Ansprache skizzierte er die europäische Dimension: „Mit der Distanz von hundert Jahren erkennt man manchmal kaum noch eine Parallele zwischen dem Europa von 1916 und der Europäischen Union des Jahres 2016. An die Stelle des fragilen Gleichgewichts der Mächte von damals ist heute eine europäische Rechts- und Wertegemeinschaft getreten. Heute zielen wir nicht mehr mit Waffen aufeinander, sondern wir diskutieren in den Brüsseler Verhandlungsräumen über politische Kompromisse – manchmal hart, aber stets gemäß den Regeln, die wir miteinander vereinbart haben. Die EU ist das erfolgreichste Friedens- und Demokratieprojekt der Welt. „Hundert Jahre danach dürfen wir aber auch feststellen, aus Feinden wurden Partner, ja Freunde. Vereint in Europa. Das ist die vielleicht wichtigste Botschaft des heutigen Tages“, so der Staatsminister abschließend.


Der Deutsche Marinebund hat sich zum Ziel gesetzt, das Marine-Ehrenmal noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Gleichzeitig will sich der DMB als größter maritimer Interessenverband Deutschlands verstärkt in die Diskussion zu Themen der maritimen Sicherheit und der deutschen Schifffahrtspolitik einbringen.

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