Rohstoffe am Meeresboden – Deutsche Interessen.

Während des zurückliegenden Sommerlochs nahm man sich gerne abgelegener Themen wie dem Tiefseebergbau an. Bei näherer Sicht erweist sich dies als ein komplexes aber hochinteressantes Thema, das nicht nur Umwelt- und Rechtsfragen aufwirft. Zur Ergänzung des Bildes gehört die Bedeutung der strategischen Rohstoffsicherung, die Rolle der Meeresbodenbehörde und des Seerechts1 sowie die zentrale Frage, ob und wie deutsche Firmen den Anschluss an diese Entwicklung finden können.

Rohstoffe am Meeresboden gibt es bekanntlich in Hülle und Fülle, d. h. in guter Qualität und Menge. Die Festlandsockel enthalten neben den Kohlenwasserstoffen wie Öl, Gas und Gashydraten sehr viele Hydrothermalquellen2 und Bergkuppen (seamounts)3 mit ihren Lagerstätten an polymetallischen Massivsulfiden PMS (seafloor massive sulphides) und Metallerzkrusten. Die bisher bekannten Massivsulfidvorkommen liegen je zur Hälfte innerhalb und außerhalb der 200 sm Zonen. Die Masse der Manganknollenfelder befindet sich dagegen außerhalb der Grenzen nationaler Zuständigkeit auf den Meeresböden der internationalen Tiefsee. Während die Offshore-Öl- und Gasgewinnung rund ein Drittel des Weltverbrauchs liefert, gibt es an der Abbaubarkeit mineralischer Rohstoffe vom Meeresboden keine Zweifel mehr. Konkrete Entwicklungen weisen auf den baldigen Beginn des Meeresbergbaus auf Metalle hin.

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